Wer ist hier der Boss? Die langen Schatten der Seniorchefs

| Führungsstil

Als Nachfolger seinen eigenen Führungsstil formen

Die meisten Unternehmensnachfolger sind fachlich sehr gut ausgebildet. Häufig haben sie erfolgreich verschiedene Projekte geleitet und erste Führungserfahrungen gesammelt. Wenn sie dann in die Fußstapfen des Seniorchefs steigen, werden sie mit neuen Leitungsfragen überrumpelt, auf die sie nicht ausreichend vorbereitet sind.

Führungsstil am Ende des Berufslebens

Meine Beobachtung ist, dass sich aufgrund des Lebensalters und der vielfältigen Erfahrungen die Führungsstile des Seniorchefs sukzessive entwickeln. Im Laufe der Zeit werden sie direkter, bestimmender und manchmal auch autoritär. Der schleichende Prozess fällt kaum auf und die Mitarbeiter arrangieren sich damit. Sie wissen einfach, wie „der Alte“ tickt und können sich gut darauf einstellen. Seine Verlässlichkeit gewährt Stabilität und Orientierung. 

„Nur-nicht-sein-wie-der-Vorgänger“ ist kein Konzept

Als junger Unternehmenslenker wird man mit einer Vielzahl von Augenblicksentscheidungen konfrontiert. Die Mitarbeiter stehen plötzlich im Raum und benötigen sofort eine verbindliche Aussage. Wer jetzt nur den Gedanken im Kopf hat, nicht so autoritär zu sein wie der Vorgänger, hat kein Konzept. Ihm fehlt die Klarheit für das eigene Handeln.

Unser Gehirn kann keine „Nicht-Gedanken“ ausführen. Stellen Sie sich vor, jemand würde Ihnen eine Farbe beschreiben, die nicht blau ist. Wieviel Varianten können Sie sich nun vorstellen? Beim „Nicht-autoritär-sein“ stehen dem Juniorchef ebenso unendlich viele Möglichkeiten zur Verfügung. In der Praxis sieht es dann oft so aus, dass er mal nachgiebig ist, dann wieder eine klare Entscheidung trifft und das nächste Mal die Mitarbeiter mit Argumenten überzeugen oder mit Fragen führen möchte. Sein Handeln führt zur Verwirrung und zum Unmut in der Belegschaft. Manch einer wünscht sich den Seniorchef zurück.

Den Übergang gestalten  

Um sein Profil zu schärfen, braucht es innere Bestimmtheit. Im Coaching kläre ich mit meinen Klienten die Fragen des persönlichen Auftretens, der eigenen Stärken und gelebten Werte. Ebenso wird die Bedeutung des Vorgängers betrachtet. Womit hatte er Erfolg? Wieviel Handlungsfreiheit gab er den Mitarbeitern? Welche Fehlertoleranz ließ er zu? Was soll übernommen und wie soll Neues eingeführt werden? Aus den förderlichen Reflexionen kristallisiert sich dann der individuelle Führungsstil heraus.

Die Schatten Ihres Vorgängers verblassen, wenn Sie selbst zum Leuchtturm werden. Geben Sie Orientierung und Verlässlichkeit. Das schafft Vertrauen und führt zur gewünschten Akzeptanz.

Maximale Erfolge wünscht Ihnen

Silke Heuwerth


Stellhebel, auf die es ankommt:

  • Werden Sie sich Ihrer Stärken bewusst.
  • Kehren Sie "Nicht-Gedanken" in Handlungsoptionen um.
  • Beschreiben Sie die Werte, die in Ihrem Umfeld gelebt werden sollen.
  • Wählen Sie einen zuverlässigen Kommunikationsstil.
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